So, wie es bei Autos Kleinwagen, SUVs oder Oberklassefahrzeuge gibt, wird auch bei Geldanlagen in unterschiedliche Klassen unterschieden. Die Aufteilung hat allerdings keinen qualitativen Hintergrund, sondern basiert auf den unterschiedlichen Eigenschaften der jeweiligen Anlageformen.
Anlageklassen helfen, ein Portfolio bezüglich eines bestmöglichen Risiko-Rendite-Profils zu optimieren. Harry M. Markowiz erhielt im Jahr 1990 den Nobelpreis für seine Portfoliotheorie. Was es damit auf sich hat, erläutern wir noch. Zunächst einmal wollen wir die Frage beantworten, was Anlageklassen sind.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Anlageklassen helfen Einsteigern, die Strukturen des Kapitalmarktes nachzuvollziehen.
  • Unterschiedliche Anlageklassen bringen Diversifikation in das Portfolio.
  • Die Unterscheidungen basieren nicht auf qualitativen Merkmalen.
  • Nicht alle Anlageklassen eignen sich für private Anleger in der Schweiz

Der Kapitalmarkt – vielschichtig und breit aufgestellt

Ein Anleger oder Anlegerin möchte investieren. Die Bandbreite reicht vom Sparbuch bis zu Optionsgeschäften. Um zu wissen, worein investiert werden soll, muss sich der Anleger oder die Anlegering über zwei Dinge im Klaren sein:

  • Für welchen Zeitraum soll das Geld investiert werden? Wann und wie wahrscheinlich wird das Geld vorzeitig wieder benötigt?
  • Wie steht es um die Bereitschaft, auch Verluste zu akzeptieren? Oder wie gelassen bleibt man, wenn sich die Börsen stark bewegen?

Aus den Antworten auf diese Fragen ergibt sich ein Anlegerprofil. Diese bestimmt, welche Anlageklassen sinnvoll sind.

Die Anlageklassen in der Übersicht

Die Definition des Begriffs Anlageklasse, auf Englisch „asset“, lautet „eine Gruppe von Basiswerten, die in sich Gemeinsamkeiten aufweist, sich aber klar gegenüber Basiswerten anderer Anlageklassen abgrenzt.“ Was jetzt ein wenig theoretisch klingt, lässt sich ganz einfach in folgende Anlageklassen aufschlüsseln:

  • Bargeld und Einlagen
  • Aktien
  • Anleihen
  • Immobilien

Der Kapitalmarkt ist dynamisch und wurde im Laufe der Jahre um weitere Anlageformen erweitert. Diese bilden wiederum eigene Anlageklassen, die allerdings von den Puristen unter den Finanzwissenschaftlern nicht unbedingt als solche anerkannt werden. Zu den neueren Anlageklassen zählen, z.B.:

  • Rohstoffe
  • Derivate
  • Kryptowährungen
  • Hedgefonds

Wie unterscheiden sich die einzelnen Anlageklassen?

Die Finanzwissenschaft kennt in Bezug auf die Zusammenstellung eines Depots oder im Vergleich unterschiedlicher Anlagemöglichkeiten den Begriff des magischen Dreiecks. Das magische Dreieck beschreibt das Spannungsfeld zwischen

  • Sicherheit
  • Verfügbarkeit
  • Rendite

Die Anlageklasse „Bargeld und Einlagen“ bietet dem Anleger ein Höchstmass an Sicherheit. Die Verfügbarkeit wird bei einigen Anlageformen wie Spareinlagen oder Termingeldern eingeschränkt. Die Rendite ist eher gering.

Anleihen weisen, je nach Schuldner, ebenfalls eine gewisse Sicherheit auf, sind durch den Börsenhandel jederzeit verfügbar und in der Rendite etwas besser als ein Tagesgeldkonto.
Verschiebt man jetzt die Gewichtung innerhalb des Dreiecks zur Rendite, angenommen, zu Aktien, geht dies zulasten der Sicherheit, da die Kurse nachgeben können. Die Verfügbarkeit ist zwar jederzeit gegeben, allerdings riskiert der Anleger, dass er mit Verlust verkaufen muss.

Immobilien sind sicher, bieten durchaus gute Renditen, weisen aber in Bezug auf die Verfügbarkeit Defizite auf. Sie sind, abgesehen von offenen Immobilienfonds, nicht von einem Tag auf den anderen verkäuflich.

Fonds und ETFs – die Besonderheiten

Fonds und ETFs (Exchange Trading Funds, auf Deutsch börsengehandelte Indexfonds) werden zunächst einmal der Anlageklasse zugeordnet, in der sie investiert sind. Rentenfonds zählen zu den Anleihen, Aktienfonds zu Aktien. Allerdings lassen sich diese Fonds in eigenständige Anlageklassen unterteilen. Die jeweilige Klasse spiegelt dann auch gleich die Anlagepolitik des Fondsmanagements gemäss Prospekt wider. Für Aktienfonds gelten als Anlageklassen beispielsweise:

  • Branchenfonds (Automobilindustrie)
  • Themenfonds (Rohstoffe oder Dividendenpapiere)
  • Regionalfonds (Europa, Asien oder USA)

Rentenfonds lassen sich in

  • Fonds mit unterschiedlichen Restlaufzeiten der Rentenpapiere
  • Währungsfonds (US-Dollar oder YEN)
  • Fonds mit hochverzinslichen Anleihen (High Yield Funds)

unterteilen.

Höhere Nettorendite – ein Tipp:
Klassische Fonds versuchen besser zu sein als der jeweilige Index. Das setzt ein aktives, aber auch kostenintensives Fondsmanagement voraus. ETFs bilden den jeweiligen Index ab. Das Fondsmanagement wird nur aktiv, wenn es innerhalb des Index zu Veränderungen kommt. Damit fallen die Managementgebühren deutlich niedriger aus, was sich wiederum positiv auf die Nettorendite niederschlägt.

Optimierung von Rendite und Risiko

Jeder Anleger strebt danach, eine möglichst hohe Rendite bei einem möglichst geringen Risiko zu erzielen. Das magische Dreieck zeigt, dass dies nicht ohne Weiteres möglich ist. Kommen wir an dieser Stelle auf Markowiz zurück. Niemand setzt in seinem Depot nur auf ein Wertpapier. Die Minderung des Risikos eines Wertverlustes wird durch eine Aufteilung der Investments erzielt. Allerdings muss ein Anleger berücksichtigen, dass es Basiswerte gibt, die miteinander korrelieren, heisst, gleiche Reaktionen auf bestimmte Ereignisse haben und dass es Basiswerte gibt, die völlig unabhängig voneinander reagieren.

Die Portfoliotheorie kurz erläutert

Geraten Reisebüroaktien unter Druck, greift dies in einem gewissen Rahmen auch auf die Aktien von Fluggesellschaften über. Innerhalb einer Anlageklasse ist eine Optimierung des Verhältnisses von Rendite und Risiko nur bis zu einem gewissen Grad möglich. Erst mit dem Hinzufügen einer weiteren Anlageklasse lässt sich das Risiko weiter minimieren. Automobilaktien und ein offener Immobilienfonds haben keinerlei Gemeinsamkeiten. Positive oder negative Einflüsse auf eine der beiden Positionen im Depot wirken sich in keiner Weise auf die andere Position aus.

Markowiz bildete diese Wechselwirkung in einem Korrelationskoeffizienten ab, der eine Bandbreite von minus 1 bis plus 1 aufweist. Plus 1 bedeutet einen völligen Gleichlauf zweier Basiswerte, setzt eigentlich voraus, dass es sich um ein identisches Produkt handelt. Minus 1 bedeutet völlige Losgelöstheit voneinander.

Wer in Gold investiert, sollte Bitcoin und globale Anleihen beimischen. Im Umkehrschluss ist eine Risikodiversifizierung von Immobilien und dem MSCI für Emerging Markets nicht empfehlenswert, da der Korrelationskoeffizient mit 0,78 vergleichsweise hoch ausfällt.

Die Wechselwirkung der Anlageklassen ausnutzen

Die Finanzkrise mit dem Ergebnis historisch niedriger Zinsen bewirkte im Umkehrschluss, dass Aktien einen Höhenflug erlebten. Das war nicht verwunderlich, da niedrige Zinsen schon immer bewirkten, dass die Nachfrage nach Aktien stieg. Im Umkehrschluss investierten Anleger bei länger fallenden Aktienkursen vermehrt in Anleihen, um ihre Investitionen abzusichern. Dieser sehr einfache Erklärungsansatz zur Portfoliotheorie liegt auch jeder Vermögensverwaltung zugrunde. Der Vermögensverwalter diversifiziert die Investments entsprechend dem Chance-Risiko-Profil seines Kunden in unterschiedliche Anlageklassen.

Welche Rolle spielen Anlageklassen bei der Onlinevermögensverwaltung?

Vermögensverwalter wie ELVIA e-invest bieten ihren Anlegern zunächst die Option, anhand persönlicher Vorgaben das individuelle Chance-Risikoprofil zu ermitteln. Auf dieser Grundlage stehen unterschiedliche Portfolios zur Verfügung mit unterschiedlicher Gewichtung der Anlageklassen. Allerdings setzt ELVIA e-invest lediglich auf die beiden Anlageklassen Aktien und Anleihen. Warum?

Für private Investoren, die Rede ist nicht von institutionellen Anlegern, bietet die Mischung aus Aktien und Anleihen das beste Chance-Risiko-Verhältnis. Alle anderen Anlageklassen weisen Nachteile auf, die im Rahmen einer privaten Vermögensverwaltung zu hohe Risikoaspekte bergen:

  • Gold gilt als sicherer Hafen, bringt aber keine Erträge. Hier empfiehlt sich bei Bedarf der Erwerb physischen Goldes.
  • Rohstoffe bergen einen zu grossen spekulativen Aspekt. Darüber hinaus stehen Investments in Rohstoffe in der Kritik, da Spekulation mit Lebensmittel oder die mit dem Abbau einhergehende Verwüstung der Natur viele Anleger moralisch abschreckt.
  • Kryptowährungen sind schlicht zu volatil und unkalkulierbar, wie der Bitcoin bewiesen hat.
  • Hedgefonds oder Private Equity Funds sind zu unflexibel.

Die folgende Gegenüberstellung der Entwicklung des schweizerischen Aktienindex SMI und des Bitcoins verdeutlicht, weshalb Aktien die bessere Wahl sind: Obwohl der Bitcoin im Vergleichszeitraum das bessere Ergebnis aufweist, macht ihn die Volatilität als Anlageklasse im Rahmen der Vermögensverwaltung für private Anleger unbrauchbar.

Fazit

Anlageklassen dienen nicht nur der Orientierung für Anleger am Kapitalmarkt, sondern helfen auch, ein Portfolio leichter zu diversifizieren. Je weniger Berührungspunkte es zwischen den einzelnen Investments gibt, um so stabiler verhält sich das Portfolio in unruhigen Börsenzeiten. ELVIA e-invest konzentriert sich in der Vermögensverwaltung auf die Anlageklassen Aktien und Anleihen, da diese für private Portfolios den meisten Mehrwert bieten.

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