Definition: Execution only, Vermögensverwaltung und Anlageberatung

Wer bei der Geldanlage noch nicht viele oder gar keine Erfahrungen hat, dem raucht häufig der Kopf, wenn plötzlich viele Fachbegriffe rund um Finanzdienstleistungen auftauchen. Bei einer Online Vermögensverwaltung legen Sie Ihr Geld an, um es von Experten investieren zu lassen. Bei einer Anlageberatung aber auch oder? Wer sich nicht auskennt, verwechselt die einzelnen Finanzdienstleistungen schnell. Was sind die Unterschiede der verschiedenen Dienstleistungen und was kann ein Kunde erwarten und was nicht?

Für einen Finanzdienstleister sind zunächst drei Unterscheidungen wichtig: Vermögensverwaltung, Anlageberatung und Execution Only. Dies, weil jede Form unterschiedliche Rechte und Pflichten mit sich bringt.

Das Auftragsrecht für Finanzdienstleister

Je nachdem, was ein Finanzdienstleister an Leistungen anbietet, sind bestimmte Verhaltensregeln einzuhalten, die in erster Linie dazu dienen, um den Kunden bestmöglich zu schützen.

Execution Only, Anlageberatung und Vermögensverwaltung unterstehen dem sogenannten Auftragsrecht. Damit gibt es für diese Dienstleistung zwei nicht verhandelbare Grundsätze: Die Interessenwahrungspflicht und die Sorgfaltspflicht.

Execution only – Das reine Ausführungsgeschäft

Wenn ein Institut Kauf und Verkäufe durchführt, für die sich der Kunde eigenverantwortlich entschieden hat, dann spricht die Finanzwelt von Execution Only.

Bei dieser Anlageentscheidung ist die Bank nur dafür zuständig, die Anlage des Kunden auf einem Depot zu verwahren und Kauf- und Verkaufsentscheide im Auftrag des Kunden durchzuführen.

Die Bank steht hierbei insbesondere in der Pflicht den Kunden angemessen über Risiken der Anlage zu informieren. Sie verteilt jedoch keine Anlageempfehlungen und überwacht auch nicht das Portfolio des Kunden.

Was passiert, wenn der Kunde sich mit Geldanlagen nicht auskennt?

Bei Execution Only ist im Grundsatz einzig die Informationspflicht gegenüber der Kunden wirksam. Ist jedoch ersichtlich, dass der Kunde kaum oder gar keine Finanzkenntnisse hat, muss ihn der Dienstleister über seine Risiken ausreichend aufklären.

Anlageberatung

Bei einer Anlageberatung legen der Berater und der Kunde die Anlageziele gemeinsam fest. Sobald das Anlageziel definiert ist, berät der Berater hinsichtlich einzelner Produkte und Anlagen. Somit wirkt der Anlageberater aktiv mit. Er liefert Informationen und macht Anlagevorschläge.

Den definitiven Anlageentscheid trifft der Kunde zuletzt selbst. Anders als bei Execution only erhält der Kunde Empfehlungen für Finanzprodukte nach eingehender Prüfung seiner finanziellen Situation, seiner Bedürfnisse und seiner Risikoneigung.

Wichtig ist jedoch: Der Kunde muss alle Anlageentscheide und Transaktionen genehmigen. Doch auch stillschweigende Genehmigungen – beispielsweise durch das Verstreichen lassen einer Frist – sind rechtsgültig.

Die Vermögensverwaltung

Eine Vermögensverwaltung unterliegt denselben Pflichten, wie die Anlageberatung und muss die Eignung des Kunden sorgfältig unter die Lupe nehmen. Jedoch sind die Pflichten der Vermögensverwaltung ausgedehnter, als die der Anlageberatung, da der Kunde die Verantwortung für Anlageentscheide komplett an den Vermögensverwalter übergibt.

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden muss der Vermögensverwalter, wie auch der Anlageberater, über Kenntnisse, Anlageziele, Risikoneigung- und fähigkeit des Kunden ausreichend Bescheid wissen.

Wahrung der Interessen des Kunden

Im Unterschied zum Anlageberater bespricht ein Vermögensverwalter die Anlageempfehlung nicht mit dem Kunden, sondern führt sie in seinem Interesse bestmöglich aus. Die Verantwortung über die Anlageentscheidungen delegiert der Kunde dem Vermögensverwalter. Dabei ist der Vermögensverwalter verpflichtet alle Verfügungen über deponierte Werte so vorzunehmen, dass sie zur bestmöglichen Wahrung der Interessen des Kunden beitragen.

Das Entwickeln der Anlagestrategie

Damit der Vermögensverwalter im Sinne des Kunden handeln kann, muss dieser eine auf den Kunden zugeschnittene Strategie verfolgen. Um diese Strategie zu entwickeln, sind vier Grundsätze zu beherzigen:

  1. Er muss seinen Kunden kennen (know your customer)
  2. Er muss die für die Anlage relevanten Verhältnisse des Kunden kennen (insbesondere die finanziellen Verhältnisse)
  3. Er muss ein Risikoprofil des Kunden erstellen
  4. Er muss die Anlageziele analysieren

Zudem achtet der Vermögensverwalter auch darauf, dass das Portfolio immer der vereinbarten Anlagestrategie entspricht und nimmt, wenn nötig, Umschichtungen vor. Natürlich ist nach Absprache mit dem Kunden eine Anpassung der Anlagestrategie jederzeit möglich, wenn sich an den Verhältnissen des Kunden etwas ändern sollte.

Die Prüfung des Kunden

Sowohl bei der Anlageberatung, als auch bei der Vermögensverwaltung gelten Aufklärungs-, Warn- und Beratungspflichten. Um den Kunden vor existenzgefährdenden Fehlentscheidungen zu schützen, müssen Kunden auf vier Kriterien hin geprüft werden:

  • Kenntnisse in Sachen Geldanlage und Wertpapierhandel
  • Risikofähigkeit oder die Fähigkeit finanzielle Verluste tragen zu können ohne in Existenznot zu geraten
  • Die Anlagebedürfnisse und der gewünschte Anlagehorizont
  • Die Risikobereitschaft oder -neigung des Kunden

Auf Grundlage dieser Prüfung wird auch eine Empfehlung der Anlagestrategie für den Kunden ausgesprochen.

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