Früher in Rente - mit 50?

Wer früher in Rente gehen will, merkt spätestens bei der Berechnung der allfälligen Abzüge, dass dieser Traum mit herkömmlichen Methoden nicht realisierbar ist. Tatsache ist, dass sich einige Menschen den Traum der frühen Rente verwirklicht haben. Wir rechnen Ihnen vor, wie das (selbst in der Schweiz) gelingen kann.

An gewissen Tagen scheitert die Motivation zur Arbeit zu gehen beim ersten Klingeln des Weckers. Besonders an Montagen fällt es vielen schwer, sich für die Arbeit zu motivieren.

Der Arbeitgeber, die Kollegen, der lange Arbeitsweg – alles zieht die Laune nach unten. Wenn diese Stimmung nicht die Ausnahme, sondern der Alltag ist, dann ist die Vorstellung, dieses tägliche Ritual bis ins hohe Alter durchhalten zu müssen, der pure Horror.

Freiheit in vollen Zügen?

Manche arbeiten gern, sehnen sich aber nach mehr Freizeit und wollen ihr Leben in vollen Zügen geniessen. Und nein, nicht in vollen Pendlerzügen.

In diesen Zügen bleibt die Rente mit 50 nicht mehr als ein Traum.

Wie kommen Sie früher in Rente?

Ob fehlende Motivation oder zu viel Lebensfreude: Der ein oder andere beginnt mit dem Rechnen. Wieviel Rente erhalte ich, wenn ich die Rente mit 60 Jahren beantrage? Oder wann ist eine Rente mit 63 ohne Abzüge möglich?

Die Ergebnisse sind meistens ernüchternd. Bei vorzeitigem Rentenbeginn, bleibt aufgrund der vielen Abzüge nicht viel zum Leben übrig.

Rente mit 40?

Während die einen beim Traum Rente mit 50 scheitern, erfüllen sich andere den Traum von einer Frührente noch vor dem 40. Lebensjahr. Zumindest, wenn Sie dem Internet Glauben schenken.

Dort tummeln sich Geschichten von Personen, die sich diesen Traum erfüllten. Oder den Traum von der frühen Rente beharrlich verfolgen. Ist das möglich? Die Rente mit 50 oder sogar 40 zu verwirklichen?

Das Paar, das die Hälfte seines Einkommens spart

Ein Ehepaar aus den USA plant diese unfassbar frühe Rente. Und alles begann mit einem riesigen Berg aus Schulden. Der machte dem jungen Paar klar, dass sie über die Bücher müssen. Sie erstellten einen Sparplan und merkten, dass sie die Hälfte ihres Einkommens sparen, wenn sie sich konsequent an ihren Sparplan halten. Das Ziel dahinter: Mit 40 Jahren finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

64% des Einkommens sparen?

Möglicherweise ist die Idee, die Hälfte des Einkommens zu sparen, nicht realistisch. Ein Blogger aus den USA rechnet allerdings gar vor, wie eine Rente in den Dreissigern möglich ist, wenn 64% des Einkommens in die Sparbüchse fliessen. Er ist überzeugt: Eine Rente mit 40 ist mehr als realistisch.

Die Schweizer, ihr Einkommen und ihre Ausgaben

Sind diese Beispiele auf die Schweiz übertragbar? Ein Blick auf die Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamts für Statistik zeigt, welche Posten die grössten Löcher in die Geldbörse eines Schweizers fressen. Demnach verbraucht der Schweizer das meiste Geld vom Einkommen – rund 14% – für Wohnen und Energie. Die Prozentangaben gehen von einem monatlichen Durchschnittslohn von rund 10’000 Franken aus.

Zu berücksichtigen ist, dass bei den Prozenten Mieter und Eigentümer einer Immobilie nicht getrennt aufgeführt werden. Das verzerrt womöglich die Statistik, da rund 37% aller Schweizer in den eigenen vier Wänden wohnen.

 

Details unserer Konsumausgaben:

Hinzu kommen weitere Konsumausgaben wie für Nahrung, Kleidung oder Freizeit. Insgesamt geben Schweizer über die Hälfte ihres Einkommens für Konsum aus.

  • Für Autos, Bus, Bahn oder sonstige Art der Fortbewegung geben sie 8% ihres Einkommens aus.
  • Für Unterhaltung, Erholung und Kultur sind es rund 6%.
  • Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosten den Schweizer ebenfalls rund 6% seines Einkommens.
  • Auswärts essen gehen oder Hotelübernachtungen kosten den Durchschnittsschweizer immerhin knapp über 5% seines Einkommens.
  • Tabakwaren und alkoholische Getränke machen 1,1%, Kleider und Schuhe 2,3% und Gesundheitsausgaben 2,7% aus.

Das heisst, dass gut 54 % des Einkommens für Konsumausgaben anfallen.

Wie realistisch ist die frühe Rente in der Schweiz?

Der grösste Teil der restlichen Hälfte – 36% – geben Schweizer für Versicherungen aller Art, Steuern und obligatorische Transferausgaben aus. 80% des Einkommens fliessen Monat für Monat weg.

Damit stirbt die Idee, wie das Vorzeige Ehepaar die Hälfte oder wie der ambitionierte Blogger 64% des Einkommens zu sparen oder?

Der klassische Schweizer

Nehmen wir den klassischen Durchschnittsschweizer mit einem Monatslohn von 10’000 Franken und seinen monatlichen Ausgaben unter die Lupe, merken wir, dass nicht mehr als 2’000 Franken zum Sparen übrig bleiben, da ihm nur rund 20% des Einkommens bleiben.

Wem es gelingt die Konsumausgaben um zehn Prozent zu senken, dem bleiben bei einem monatlichen Einkommen von 10’000 Franken weitere 1’000 Franken – somit insgesamt 3’000 Franken – für Rücklagen übrig.

Wir haben für Sparfüchse ein paar Tipps gesammelt:

 

In eine günstigere Wohnung ziehen

Je nach Wohnlage (und besonders je nach Ansprüchen) lässt sich ein Grossteil des Einkommens durch einen langfristigen Wohnungswechsel sparen.

 

Weniger Fleisch essen

In der Grillsaison eine echte Herausforderung. Aktuell geben Schweizer Haushalte durchschnittlich 143 Franken pro Monat für Fleisch aus. Wer der Umwelt und seinem Gelbörse etwas Gutes tun will reduziert diese Ausgaben drastisch.

 

Ausgaben für Alkohol und Tabak senken

Nicht unbedingt Verzicht ist nötig. Wer weniger raucht und trinkt, spart Kosten, die langfristig sinnvoller investiert werden können.

 

Weniger auswärts essen

Auf die Arbeit öfter selbstgemachtes Essen mitnehmen spart Kosten und ist – je nach Koch – gesünder.

 

Kleidertausch statt neuer Kleider

Die Möglichkeit Kleider mit anderen zu tauschen, ist ein neuer und sinnvoller Trend in unserer Wegwerfgesellschaft.

 

Sparsam bei Wohnungseinrichtung und laufender Haushaltsführung

Hier können ebenfalls gebrauchte Artikel die Kosten senken. Und bei der Wohnungseinrichtung gilt der Trend: Weniger ist mehr. Besonders für den Sparplan.

 

Sich ökologischer fortbewegen

Vom Auto auf den Zug wechseln, Car Sharing nutzen oder öfters mit dem Fahrrad fahren, damit für Verkehr nicht mehr als 6,5% des Einkommens anfallen.

Beispiel eines Sparplans für einen Schweizer Durchschnittshaushalt

AktuellSollErsparnis
Wohnungø  CHF 1500CHF 1500CHF 0
Fleischø  CHF 143CHF 100CHF 43
Alkohol und Tabakø  CHF 1051CHF 500CHF 551
Gaststättenø  CHF 556CHF 400CHF 156
Kleider und Schuheø  CHF 225CHF 100CHF 125
Wohnungseinrichtungø  CHF 274CHF 150CHF 124
Verkehrø  CHF 799CHF 650CHF 149
Natel, Internet, Festnetzø  CHF 185CHF 135CHF 50
Unterhaltung, Erholung und Kulturø  CHF 602CHF 450CHF 124
Dienstleistungen (Coiffeur, Finanzberater, Vereine)ø  CHF 250CHF 200CHF 50
Ersparnis 34%

*Angabe in Prozent vom Einkommen

Wie kommen Sie früher in Rente?

Am Ende steht und fällt die Frage „wie komme ich früher in Rente“ damit, wann die Sparstrategie startet. In diesem Beispiel verdeutlichen wir, was der Durchschnittsschweizer in zehn Jahren Berufsleben an Vermögen aufbaut, wenn er das übrige Geld anlegt.

10 Jahre
Monatliche EinzahlungCHF 3000
Angenommene Rendite p.a.5 %
Summe der EinzahlungenCHF 360.000,00
WertzuwachsCHF 21.108,00
Mögliches Guthaben in 10 JahrenCHF 454.928,00

Der Blogger aus den USA spart rund 64 % seines Einkommens. Wer in dieser Extreme lebt, kommt nach zehn Jahren auf folgenden Betrag:

10 Jahre
Monatliche EinzahlungCHF 6400
Angenommene Rendite p.a.5 %
Summe der EinzahlungenCHF 640.000,00
WertzuwachsCHF 214.253,00
Mögliches Guthaben in 10 JahrenCHF 967.755,00

Von der Rendite leben?

Seinen sparsamen Lebensstil führt er weiter, indem er von der jährlich erwirtschafteten Rendite lebt. Wer in der Schweiz 64 % seines Einkommens spart und nach zehn Jahren von den erwirtschafteten Beträgen lebt, zehrt von einem jährlichen Einkommen von 43’548 Franken.

Sprich: Wer mit 30 Jahren mit dem Sparen beginnt und mit 40 aussteigt, dem bleibt ein monatlicher Lohn von 3’629 Franken. Das ist für eine angenehme Altersvorsorge nicht genug.

Früher in Rente nach 20 Jahren Sparen

Wer die Altersgrenze nach oben schraubt und sich für denselben Sparplan 20 Jahre Zeit lässt, lebt dann von einer jährlichen Rendite von immerhin 114’485 Franken. Beginnt der Sparplan mit 30 Jahren ist eine angenehme Rente mit 50 tatsächlich möglich.

Voraussetzung ist, dass nicht mehr als 36% des Einkommens ausgegeben (oder 64% des Einkommens gespart) werden.

Das richtige Anlageinstrument

Bei ELVIA e-invest lassen sich durch ETF als Anlageinstrument durchschnittlich Renditen von fünf Prozent jährlich erzielen. Je nach Anlegerprofil, das auf Ihre Risikoneigung Rücksicht nimmt und nach Marktentwicklung, sind Schwankungen in der Rendite zu erwarten.

Der wichtige Rat für Anleger lautet daher: Nutzen Sie die Zeit. Statistiken zeigen, wie Wertschwankungen über die Jahre hinweg ausgeglichen werden. Demnach ist ein Sparplan von 20 Jahren ein realistischer Anlagehorizont, um sich eine frühe Rente zu ermöglichen.

Alternativ können sich Arbeitnehmer durch das richtige Anlageinstrument etwas hinzuverdienen oder für die Altersrente aufstocken.

Wie viel können Sie sparen?

Ob Sie 2000, 3000 oder 6400 Franken im Monat anlegen: Wer früher in Rente gehen will, kann auf das Sparen und Anlegen kaum verzichten.

Wer diszipliniert einen Sparplan wie die Vorbilder aus den USA befolgt, sollte schlechte Zeiten an der Börse ausdauern und auch in Krisenzeiten nicht auf das angelegte Geld angewiesen sein.

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