Wer sein Kapital anlegen will, merkt schnell, dass ein Anleger in der Finanzwelt zuhause sein muss, um wirklich zu verstehen, was er da tut. Wir erklären Ihnen in einer praktischen Anleitung, wie Sie bei der persönlichen Geldanlage vorgehen sollten.

Geld anlegen bedeutet aber auch, ein Schritt-für-Schritt-Vorgehen, um eine für die eigenen Bedürfnisse ideale Anlagestrategie zu entwickeln. Das gilt sowohl für denjenigen, der erst Kapital ansparen möchte, als auch für die Personengruppe, die bereits über einen Kapitalstock verfügt. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Anleger ihre auf die persönliche Situation bestmöglich abgestellte Geldanlage finden.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Schritt 1: Anlageziel definieren
  2. Schritt 2: Risikoprofil erarbeiten
  3. Schritt 3: Anlagestrategie festlegen
  4. Schritt 4: Anlageklassen wählen
  5. Schritt 5: Umsetzung der Strategie
  6. Schritt 6: Kontinuierliche Überprüfung der Strategie

Schritt 1: Anlageziel definieren

Diese Frage, zusammen mit dem Zeithorizont der Anlage, bildet die Leitlinie. Wer in fünf Jahren ein Auto erwerben möchte, muss anders vorgehen, als derjenige, der seinen Ruhestand plant.

„SMART“ Ziele setzen

Jeder kennt das Wort „smart“, auf Deutsch „clever“. Natürlich sollten Anleger ihr Geld „clever“ investieren. Der Ausdruck „SMART“ gibt die Grundlagen wider. „SMART“ steht für „Specific Measurable Achievable Reasonable Time Bound“. Der Begriff beschreibt die Vorgehensweise bei einer Projektplanung und stellt auf konkrete, messbare und erreichbare Ziele innerhalb einer bestimmten Zeitspanne ab. Geld anlegen ist nichts anderes als ein Projekt, das innerhalb einer definierten Frist ein vorgegebenes Ziel erreichen soll. Als erstes müssen daher die Ziele definiert werden.

Die klassischen Ziele, weshalb Menschen Geld anlegen, sind

  • Altersvorsorge
  • Vermögensaufbau
  • Geplanter Immobilienerwerb
  • Familiengründung
  • Konsum

Ist das Ziel, oder sind die Ziele definiert, wird der Zeitrahmen festgelegt, innerhalb dessen die Zielerreichung erfolgen soll. Der Autoerwerb sieht eine andere Zeitspanne vor, als die Altersvorsorge eines 35Jährigen. Gleiches gilt für den Vermögensaufbau. Dieser lässt sich, wenn der Sparer als junger Mensch bei null anfängt, nicht in zwei Jahren realisieren, sondern bedarf eines längeren Zeitraums. Die Zielerreichung und der Anlagehorizont hängen aber auch von den ausgewählten Anlageinstrumenten ab. Mit einem Tagesgeld dauert der langfristige Vermögensaufbau allerdings länger, als mit einem Aktiensparplan. Das nächste Kriterium, das berücksichtigt werden muss, ist folglich die persönliche Risikoneigung des Anlegers.

Die Fragen, die sich der Anleger stellen muss, lauten in erster Linie „wofür anlegen“ und „wie lange anlegen“. Entweder überlegt sich der Anleger für sich selbst, wie hoch seine Risikoneigung ist oder er spricht dies mit einem Berater durch. Im nächsten Abschnitt zeigen wir die unterschiedlichen Chancen-Risiko-Profile auf.

Schritt 2: Risikoprofil erarbeiten

Es gibt Anleger, die sagen, ihr Vermögen darf am nächsten Morgen auf keinen Fall weniger sein, als am Abend, bevor sie sich schlafen legten. Das extreme Gegenstück dazu sind die Investoren, die nach dem Motto „no risk, no fun“ vorgehen. Die meisten Menschen, die Geld anlegen möchten, bewegen sich jedoch im Mittelfeld. Um die Definition des Risikoprofils zu erleichtern, unterscheiden Anlageberaten meist zwischen fünf Risikoklassen:

  • Absolut sicher und konservativ
  • Geringe Kursschwankungen sind zulässig
  • Ein ausgewogenes Chance-Risiko-Profil, bei dem sich konservative Anlagen und chancenorientierte Investments die Waage halten
  • Ein tendenziell chancenorientiertes Profil, bei dem konservative Anlagen geringer gewichtet sind
  • Ein ausschliesslich chancenorientiertes Profil, bei dem auch herbe Rückschläge akzeptiert werden

Der Weg, das Ziel der Geldanlage zu erreichen, orientiert sich folglich an den Faktoren Zeit und Risikoneigung.

Risikobereitschaft vs. Risikofähigkeit

Das persönliche Risikoprofil wird einerseits von der Risikobereitschaft und andererseits von der Risikofähigkeit geprägt. Diese beiden Faktoren sind wie folgt gekennzeichnet:

  1. Risikofähigkeit ist die Fähigkeit eines Anlegers, finanzielle Verluste, die sich aus der Geldanlage ergeben könnten, wirtschaftlich zu ertragen. (Objektiver Faktor)
  2. Riskobereitschaft ist die Bereitschaft eines Anlegers, finanzielle Verluste, die sich aus der Gelanlage ergeben könnten, psychisch hinnehmen zu können. (Subjektiver Faktor)

Die Risikofähigkeit bezeichnet also nichts anderes als die finanzielle Situation des Anlegers bzw. deren Stabilität. Wer ein Vermögen von 100‘000 CHF besitzt, wäre schlecht beraten, sein gesamtes Vermögen in Optionsscheine zu investieren, wenn er in zwei Jahren eine kleine Eigentumswohnung erwerben möchte. Optionsscheine können das Risiko eines Totalverlustes mit sich bringen und ein solcher Verlust für den Anleger in dieser Situation nicht tragbar wäre. Finanzielle Verpflichtungen und Konsum- oder Investitionspläne haben also Einfluss auf die Risikofähigkeit eines Anlegers.

Die Risikobereitschaft beschreibt die psychische Einstellung des Anlegers gegenüber der Möglichkeit, dass er mit seinem Investment einen Verlust erleidet. Die Risikobereitschaft ist hoch, wenn er diese Möglichkeit zugunsten überdurchschnittlicher Renditen von Beginn an einschliesst. Sie fällt dagegen niedrig aus, wenn er auf keinen Fall einen Verlust hinnehmen möchte.

Da es sich bei Geldanlage in der Regel um einen langjährigen Prozess handelt, empfiehlt es sich, sowohl die persönliche Risikobereitschaft als auch die Risikofähigkeit in regelmässigen Abständen auf den Prüfstand zu stellen. Wer sich als junger Single als durchaus risikofähig betrachtete, wird diese Einstufung infrage stellen, wenn das erste Kind geboren wurde. Gerade wenn sich die persönlichen Lebensumstände ändern, hat dies häufig Einfluss auf die Risikobereitschaft und –fähigkeit. Die Gründung einer Familie stellt den Sicherheitsgedanken in den Vordergrund. Haben die Kinder das Haus verlassen, erhöht sich wiederum die Quote des „Spielgeldes“ im Haushaltseinkommen.

Wurden Risikofähigkeit und Risikobereitschaft definiert, sollte das Ergebnis, auch das des Risikoprofils, schriftlich festgehalten werden. Die Risikobereitschaft wirkt sich direkt auf die Auswahl der Anlageinstrumente aus und ist ein weiterer Schritt zur Auswahl der Anlagestrategie.

Schritt 3: Anlagestrategie festlegen

Aus den bisher aufgezeigten Determinanten, Anlageziel, Anlagehorizont und Risikobereitschaft ergibt sich letztendlich die Anlagestrategie. Dabei befindet sich der Investor in einem kontinuierlichen Spannungsfeld aus

  • Sicherheit
  • Liquidität (Verfügbarkeit)
  • Rendite

Dieses Spannungsfeld wird als magisches Dreieck bezeichnet.

Keiner der drei Eckpunkte kann zu 100 Prozent erfüllt werden. Bargeld ist sicher, bedeutet Liquidität, aber der Sparstrumpf bring null Rendite. Aktien können hohe Renditen bringen, sind recht schnell zu veräussern, aber bergen auch das Risiko des Kursverlustes. Immobilien gelten als sicher, gut vermietet bieten sie eine ordentliche Rendite, sind aber nicht von einem Tag auf den anderen zu verkaufen.

Sparplan vs. Einmalanlage

Es macht bei der Anlagestrategie durchaus einen Unterschied, ob der Anleger erst Vermögen aufbauen möchte, oder bereits über entsprechendes Kapital verfügt, das nur noch entsprechend der Risikoneigung, Laufzeit und dem Verwendungszweck auf die einzelnen Anlageklassen aufgeteilt werden muss.

Es können also grundsätzlich zwei Ausgangslagen unterschieden werden:

1.Kapitalaufbau (Vermögen ist noch nicht vorhanden)

2.Kapitalanlage (Vermögen ist bereits vorhanden)

Sparpläne sind grundsätzlich dafür geeignet, langfristig zu sparen. Dabei spielt es natürlich eine wesentliche Rolle, ob kontinuierlich Geld auf ein Sparkonto fliesst oder der Anlageschwerpunkt in Fonds liegt – also die Rendite. Entscheidend ist hier aber auch der Faktor Zeit und der Umstand, dass eine kontinuierliche Reinvestition von gewinnen erfolgt. Dies führt dazu, dass der sogenannte Zinseszinseffekt als ein mächtiger Hebel zum Vermögensaufbau wirken kann.

Ein Rechenbeispiel:

Einmalanlagen haben in der Regel den Hintergrund, nach der einmaligen Einzahlung stabil zu wachsen, Geldentnahmen aber grundsätzlich zuzulassen. In der Regel haben diese Anlagen nur selten ein Sparziel. Gelegentliche weitere Einzahlungen auf das Eigenkapital sind auch möglich.

Geldanlage zu betreiben ist sowohl bei bereits vorhandenem Vermögen als auch bei Einsteigern sinnvoll. In beiden Fällen können alle denkbaren Risikoprofile bedient werden.

Für den Anleger gilt, dass er bei einem beginnenden Vermögensaufbau auf die Kontinuität eines Sparplans setzen und die Chancen des Cost-Average- und des Zinseszinseffektes nutzen sollte. Wer bereits über Kapital verfügt, sollte daran denken, über das Depot hinauszuschauen und zu prüfen, welche Investments im Rahmen des eigenen Chance-Risiko-Profils eventuell bessere Erträge bieten. Ebenfalls möglich ist ein Teilen des vorhandenen Kapitals und eine Anlage über eine gemischte Strategie.

Schritt 4: Anlageklassen wählen

In der Finanzwirtschaft unterscheidet man zwischen den verschiedenen Anlageklassen. Diese korrelieren teilweise mit dem Risikoprofil des Anlegers.

Bargeld

Bargeld, ergänzt um Geldmarkttitel, stellt eine eigene Anlageklasse dar. Die Rendite von echtem Bargeld beträgt null. Die Rendite von Einlagen auf dem Konto oder in Geldmarktpapiere tendiert fast gegen null. Andererseits bieten Bargeld und bargeldähnliche Anlagen den Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit. Als eiserne Reserve für kurzfristigen Bargeldbedarf sollte das Portfolio immer eine gewisse „Cash-Position“ beinhalten.

Festverzinsliche Wertpapiere

Festverzinsliche Wertpapiere in der konservativen Ausprägung bieten Sicherheit und eine Rendite am unteren Bereich. Die Rede ist von Staatsanleihen in CHF von Emittenten mit erstklassiger Bonität. Festverzinsliche Wertpapiere können aber auch einen gewissen Nervenkitzel bieten. Dieser kann so weit gehen, dass ein Staat, wie in den 90er Jahren Argentinien, seine Schulden nicht zurückzahlt und der Anleger am Ende leer ausgeht.

Der Zinssatz preist das Kreditausfallrisiko mit ein. Vor diesem Hintergrund können Anleihen von Anlegern mit einem schwächeren Rating entsprechend überdurchschnittliche Zinsen aufweisen. Die Geldgeber möchten letztendlich für ihre Risikobereitschaft belohnt werden.

Fremdwährungsanleihen bieten ebenfalls erhöhte Chancen, aber auch Risiken. Eine US-Staatsanleihe in Dollars aufgenommen bietet zwar nicht den traumhaften Zinssatz, auf der anderen Seite kann der Anleger aber von der Kursdifferenz profitieren, wenn die Gutschrift am Ende der Laufzeit in CHF erfolgt. Umgekehrt besteht natürlich das Risiko, dass die sich Kursentwicklung zu Ungunsten des Investors entwickelt.

Aktien

Aktien, und wenn es nur sehr konservative Titel aus dem SMI sind, sollten in keinem Depot fehlen. Aktieninvestments bedeuten Investitionen in Sachwerte. Sachwerte gelten als inflationsresistenter als Anleihen oder Einlagen. Darüber hinaus bieten Aktien langfristig eigentlich nur Gewinnpotenziale, wie die legendäre Grafik des US-Analystenhauses Ibbotson, „Stocks, Bills, Bonds and Inflation“ nachdrücklich belegt:

Eine weitere Übersicht zeigt, wie rentabel ein langfristiges Aktieninvestment in den SMI seit dem Jahr 2009 ausfiel:

Dem Hoch von 2015 folgte ein Kursrückgang im Jahr 2016. Die Erholungsphase wurde 2018 sogar von einem Minus in Höhe von 20 Prozent beendet. Und dennoch konnten sich Anleger im Jahr 2019 schon wieder über solide Gewinne freuen.

Die Kursveränderungen von Jahr zu Jahr zeigt diese Tabelle als Ergänzung zu der Grafik.

Wir hatten im Abschnitt Sparplan vs. Einmalanlage erwähnt, dass die meisten Börsen über viele Jahre in der Summe eine positive Tendenz aufweisen. Die hier vorgestellten Grafiken belegen diese Aussage zumindest für die Vergangenheit und lassen auch eine wahrscheinliche Erwartung für die Zukunft zu. Garantien lassen sich aber selbstverständlich keine abgeben.

Immobilien

Immobilien, oft als der Kaiserweg der Geldanlage bezeichnet, eignen sich für private Anleger nur für wirklich langfristige Anlagestrategien. Bei entsprechender Lage bedeuten sie eine langfristig stabile Rendite mit einem gewissen Wertzuwachs. Wichtig ist, dass die anfallenden laufenden Kosten für den Eigentümer ebenfalls stabil bleiben. Spontan notwendige Sanierungen zerschiessen die gesamte Renditekalkulation. Bei der Auswahl ist entsprechende Umsicht geboten. Zeitdruck darf auf keinen Fall hineinspielen.

Alternative Anlageklassen

Zu den alternativen Anlageklassen zählen beispielsweise Rohstoffe, seltene Erden, aber auch Derivate. Nun mag Gold in Bezug auf Sicherheit einen anderen Standpunkt einnehmen als ein Knock-out Zertifikat auf eine vietnamesische Fahrradfabrik. Dennoch sollte die Gewichtung von alternativen Anlageklassen innerhalb des Depots immer nur als Beimischung gesehen werden.

Sämtliche Anlageklassen lassen sich in Risikoklassen einteilen:

Mit ihnen lässt sich also das individuelle Anlageziel in Kombination mit dem individuellen Risikoprofil in die optimale Anlagestrategie übertragen. Der Rendite-Risiko Graph zeigt, wie sich Strategien hinsichtlich ihrer Rendite- und Risikoerwartung positionieren können:

Diese Grafik verdeutlicht noch einmal, wie sich die einzelnen Anlageklassen auf die Rendite, aber auch auf das Risiko auswirken. Wer nur in festverzinsliche Titel und liquide Mittel investiert, minimiert sein Risiko hinsichtlich eines Teil- oder Totalausfalls. Wer dagegen fast vollständig auf Aktien setzt, läuft Gefahr, dass er phasenweise massive Verluste hinnehmen muss. Besteht keine Notwendigkeit zum Verkauf, heisst es, einen möglicherweise langen Atem zu haben, bis sich die Kurse wieder erholt haben. Anleger, im Jahr 2000 von der Technology-Blase betroffen waren, wissen allerdings auch, dass es zum Totalverlust kommen kann.

Mit einer ausgewogenen Strategie fahren die meisten Anleger am Besten. Als Anleger muss man sich an dieser Stelle die Frage stellen, wie hoch unter Berücksichtigung der einzelnen Anlageklassen die persönliche Risikobereitschaft nun tatsächlich ausfällt. Ein Abgleich mit den bisher gemachten persönlichen Einstufungen führt jetzt letztendlich zur Auswahl der geeigneten Anlagestrategie.

Schritt 4: Umsetzung der Strategie

Der Anleger hat alle Fakten geklärt, die notwendig sind, sich an die Umsetzung seiner Strategie zum Geld anlegen zu widmen:

  1. Das Anlageziel ist definiert.
  2. Das Risikoprofil wurde erarbeitet.
  3. Die Anlagestrategie ist festgelegt
  4. Eine Auswahl der Anlagen ist getroffen.

Was jetzt noch zu klären bleibt, ist, wie die Umsetzung erfolgen soll. Dazu bieten sich mehrere Wege an.

Folgender Gedanke liegt dem Vorgehen zugrunde: Was man selbst machen kann, sollte man auch selbst machen (Es spart Gebühren.). Was andere besser können, sollte man delegieren. Dieser Satz gilt besonders für Einsteiger.

Execution only

Der Anleger weiss genau, was er möchte. Er benötigt nur noch eine Bank, die seine Orders ausführt (Execution only). Es findet keinerlei Beratung statt. Natürlich ist es das Ziel vieler Anleger, eines Tages an diesem Punkt angekommen zu sein. Bis es für Einsteiger soweit ist, sollten sie auf andere Optionen zurückgreifen.

Beratung

Im Rahmen der Beratung stellt ein Anlageberater oder Vermittler die unterschiedlichen Möglichkeiten unter Berücksichtigung der Vorgaben aus der Anlagestrategie vor, und führt dann aus, was ihm der Kunde aufträgt.

Vermögensverwaltung

Anleger, die sich um absolut nichts kümmern möchten, greifen auf einen Vermögensverwalter zurück. Vermögensverwaltung wird in zwei Varianten angeboten.

Die aktive Vermögensverwaltung

Bei der aktiven Vermögensverwaltung überprüft der Vermögensverwalter kontinuierlich die Entwicklung der Anlageinstrumente, um bei Bedarf sofort umschichten zu können. Dabei greift er auf alle Anlageinstrumente zurück, die gemäss dem Risikoprofil des Anlegers infrage kommen. Die aktive Vermögensverwaltung schliesst auch subjektive Annahmen des Vermögensverwalters ein, die zutreffen können oder auch nicht.

Die passive Vermögensverwaltung

Die passive Vermögensverwaltung, auch als Robo Advisor bekannt, basiert rein auf Algorithmen. Die passive Vermögensverwaltung nutzt in den meisten Fällen Exchange Trading Funds (ETFs). Der Vermögensverwalter stellt auf der Grundlage des Risikoprofils des Anlegers und der hinterlegten mathematischen Programme ein Depot zusammen. Entsprechende Computerprogramme überprüfen kontinuierlich, ob die Depotallokation, die Zusammensetzung, den vorgegebenen Eckwerten entspricht. Aktivitäten erfolgen erst, wenn sich negative Abweichungen andeuten. Die Umschichtung im Depot erfolgt wiederum auf der Grundlage von Algorithmen. Ein subjektives Zutun des Vermögensverwalters findet nicht statt.

Entsprechend der eigenen Kenntnisse und der zur Verfügung stehenden Alternativen bestimmt der Anleger jetzt, welchen Weg er gehen möchte. Ein Punkt, den er auch noch abklären sollte, ist die Kostenseite. Die aktive Vermögensverwaltung ist kostenintensiver als eine passive Vermögensverwaltung oder Execution only, was letztendlich die Rendite mindert.

Typische Beispiele für Anlageszenarien

Kommen wir zurück zur Anlagestrategie und deren Grundlagen. Drei typische Anlegermerkmale kristallisieren sich aus der Masse der Anleger heraus:

  • Investoren, die bereits über einen Kapitalstock verfügen.
  • Familien, die verschiedene finanzielle Ziele anstreben.
  • Junge Menschen, die noch ganz am Anfang ihrer „finanziellen Karriere“ stehen.

Grundsätzlich gilt: Wer zum Zeitpunkt der Anlage weiss, dass er zu einem in der Zukunft schon feststehenden Termin einen bestimmten Geldbetrag benötigt, sollte für diesen Anteil seines Vermögens auf Aktien verzichten.

Kapital ist vorhanden

In der Regel handelt es sich hier um Menschen, die heute als „best ager“ bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um die Generation 50+ und vor allem um diejenigen, die eine Auszahlung ihrer Pensionskassenansprüche erwarten. Wie könnte eine typische Anlagestrategie für diesen Personenkreis aussehen?

Es gibt eine alte Faustformel in Bezug auf die Depotzusammensetzung: 100 minus Alter. Übersetzt bedeutet diese Faustformel, dass ein 65jähriger Pensionär noch 35 Prozent Aktien im Depot halten sollte. Der Schwerpunkt dieses Personenkreises liegt darin, das Kapital so wenig wie möglich anzutasten, und aus den Erträgen eine Altersversorgung zu beziehen. Übersetzt heisst dies, der Anteil an gut verzinsten festverzinslichen Wertpapieren fällt recht hoch aus, bei Aktien spielen Dividendentitel eine entscheidende Rolle. Unter Dividendentiteln versteht man Aktien mit relativ hoher Ausschüttung. Barreserven für den Notfall sind ebenfalls Bestandteil dieses Depots.

Familien

Bei Familien spielen mehrere Anlagestrategien eine Rolle, abhängig von der Lebensplanung. Zum einen muss ein finanzielles Polster in Form von Barreserven vorhanden sein. Dies lässt sich recht leicht über ein Tagesgeldkonto aufbauen. Für mögliche, in der nahen Zukunft liegenden Anschaffungen empfiehlt sich eine Beimischung aus festverzinslichen Papieren. Dies gilt auch, wenn mittel- bis längerfristig, in fünf bis zehn Jahren, Immobilienerwerb geplant ist. Wer bereits mit jungen Jahren den Grundstock für seine Altersversorgung legen möchte, kann sich auf Aktien verlassen.

Einsteiger

Für Einsteiger gilt zunächst das gleiche, wie für junge Familien. Zuerst muss ein finanzielles Notpolster geschaffen werden. Abhängig von Wünschen und Zielen erfolgt dann gegebenenfalls eine Aufteilung der möglichen Sparrate in unterschiedliche Anlageklassen. Es gilt, festverzinslich, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt ein vorgegebenes Kapital vorhanden sein muss und in Aktien, wenn der Verwendungszweck frühestens in zehn oder 15 Jahren eintritt.

Hat ein junger Mensch einen grösseren Geldbetrag geerbt und benötigt ihn für viele Jahre nicht, empfiehlt es sich in der Regel, das Geld zu einem Grossteil in Aktien anzulegen.

Schritt 5: Kontinuierliche Überprüfung

Die Anlagestrategie einmal festgelegt, bedeutet nicht, dass sie in Stein gemeisselt ist. Im Gegenteil, eine kontinuierliche Überprüfung, mit oder ohne Veränderung der Lebenssituation, ist geboten. Dabei spielt es keine Rolle, für welchen Umsetzungsweg der Anlagestrategie sich der Investor entschieden hat.

Geld anlegen, Sparen, Investieren – viele Begriffe für einen Sachverhalt: Der Ansatz, Vermögen aufzubauen oder auszubauen. Die Optionen, die dafür zur Verfügung stehen, sind vielfältig und reichen von konservativen Möglichkeiten wie dem Sparbuch hin zu chancenorientierten Wegen wie Aktienanlage.

Ein Vermögensverwalter ändert Anlagestrategie nur auf Anweisung des Kunden. Der Kunde sollte sich daher, wenn sich nicht die Lebensumstände geändert haben oder ungefähr einmal im Jahr fragen, ob er an dem eingeschlagenen Weg festhalten möchte. Eine Anpassung des Portfolios ist jederzeit möglich. Der Vermögensverwalter schlägt eine Änderung der Strategie nur vor, wenn es zu signifikanten Veränderungen am Markt kommt. Dazu hält er allerdings Rücksprache mit seinem Kunden.

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