Viele Sparer und Sparerinnen würden gerne eine professionelle Vermögensverwaltung nutzen, scheuen aber die teilweise hohen Vermögensverwaltungskosten. Ein Blick auf die Details zeigt, dass es Banken und Vermögensverwalter nicht an Phantasie mangelt, Gebühren zu erheben. Dieser Ratgeber soll aufzeigen, welche Gebühren es im Einzelnen gibt, und welche Alternativen zu kostenintensiven Anlagen bestehen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Herkömmliche Vermögensverwaltungen stellen ihren Kunden und Kundinnen die unterschiedlichsten Gebühren in Rechnung.
  • Wer nicht nur auf die Bruttorendite, sondern auch auf die Nettorendite achtet, trennt die Spreu vom Weizen.
  • Digitale Vermögensverwaltung ermöglicht eine signifikante Kostensenkung und damit einen höheren Ertrag.
  • Vermögensverwaltung steht auch zum erstmaligen Aufbau von Vermögen zur Verfügung.

Was sind Vermögensverwaltungskosten?

Eigentlich beantwortet sich die Frage selbst. Eine Vermögensverwaltung ist eine Dienstleisterin, die im fremden Auftrag gegen eine Gebühr das Vermögen des Kunden oder der Kundin vermehren soll. Ähnlich einem Notar oder Steuerberater kann sie dafür ein festes Honorar verlangen oder unterschiedliche prozentual vom Anlagevolumen abhängige Gebührenmodelle in Rechnung stellen. Viele Banken berechnen ebenfalls einige dieser Gebühren.

Welche Vermögensverwaltungskosten gibt es?

An Phantasie was die Gebühren angeht mangelt es bei den Anbietern wahrlich nicht. Die 7 grössten Kosten stellen wir Ihnen hier vor:

1. Management-Gebühren

Diese sind der Klassiker und belaufen sich im Jahr auf Prozentsätze zwischen 0 Prozent und 1,5 Prozent. Einige Anbieter berechnen dazu noch eine einmalige Einstiegsgebühr, die sogenannte Start-up-Gebühr, in einer Höhe zwischen 0 und 5 Prozent des Anlagebetrags.

2. Honorargebühren

Im Gegensatz zu den klassischen Managementgebühren orientiert sich das Honorar nicht prozentual am Anlagevolumen oder am Anlageerfolg, sondern wird als reine Beratungsvergütung berechnet. Man bezahlt also einen Berater oder eine Beraterin stundenweise für ihre Arbeit.

3. Performance-Gebühren

Die Performance-Gebühr „belohnt“ den Vermögensverwalter für positive Wertentwicklungen des von ihm betreuten Vermögens. Die Bandbreite zwischen 5 Prozent und 20 Prozent zeigt, dass es lukrativ ist, Erfolge zu erwirtschaften. Einige Vermögensverwalter schlagen die Performance-Gebühr noch auf die Management-Gebühr auf.

4. Bankgebühren

Für die Bankdienstleistungen, die es für die Verwaltung von Vermögen braucht, muss der Kunde oder die Kundin noch mit weiteren Kosten rechnen:

  • Depotgebühren: Diese betragen in der Regel zwischen 0,1 und 0,5 Prozent des Anlagevolumens.
  • Administrationsgebühren: Hier berechnen die Banken zwischen 0,1 und 0,2 Prozent des Anlagebetrages.
  • Kontoführungsgebühren: Je nach Bank bewegen sich diese zwischen 0 CHF und mehreren hundert Franken.
  • Courtagen: Diese werden bei jeder Wertpapiertransaktion, Ankauf und Verkauf, fällig und belaufen sich auf Sätze zwischen 0,2 Prozent und zwei Prozent des gehandelten Volumens.
  • Fremdwährungsgebühren: Diese werden berechnet, wenn Transaktionen nicht in CHF getätigt werden. Es fallen meistens Kosten zwischen 0,05 und 0,15 Prozent des Transaktionsvolumens an.

5. Produktgebühren

Falls nicht direkt in Aktien und Obligationen investiert wird, wird Geld häufig in Fonds angelegt. Dies können zum Beispiel Aktienfonds, Obligationenfonds oder Immobilienfonds sein. Diese Fonds sind das Produkt von Fondsanbietern. Diese stellen die Fonds aber nicht gratis zusammen und auch die laufende Verwaltung kostet Geld. Diese Gebühren nennt man auch Produktkosten. Diese Kosten werden dem Kunden entweder bei Kauf oder Verkauf eines Fonds belastet oder aber während der Laufzeit vom Fondsvermögen abgezogen. Die Höhe dieser Kosten kann sehr stark ins Gewicht fallen:

  • Produktkauf-Gebühren: Null bis fünf Prozent des Anlagebetrags.
  • Produktverkaufs-Gebühren. Null bis drei Prozent des Anlagebetrags.
  • Produkt-Verwaltungsgebühren. 0,05 Prozent bei ETFs bis 2,5 Prozent des Anlagebetrags.

Leider werden diese Gebühren selten transparent Kunden und Kundinnen mitgeteilt. Es hilft aber, nach der sogenannten TER (Total-Expense-Ratio – Gesamtkostenquote) Ausschau zu halten. Diese müssen Fondsanbieter ausweisen. Die Kennziffer beinhaltet in der Regel alle laufenden Kosten des Fonds. Ankaufs und Verkaufsgebühren sind darin aber nicht enthalten.

6. Retrozessionen und indirekte Kosten

Retrozessionen werden umgangssprachlich auch als Kick-backs bezeichnet. Dabei handelt es sich um indirekte Vergütungen für die Vermögensverwaltung. Die notwendigen Gelder werden vom Fondsanbieter aus dem angelegten Vermögen entnommen. Gemäss aktueller Rechtsprechung handelt es sich dabei um Geld aus dem Eigentum des Kunden. Kritiker halten den Vermögensverwaltern zudem vor, dass Kick-back-Zahlungen einen Interessenkonflikt zwischen optimalem Investment für den Kunden auf der einen Seite und Höhe der Zusatzeinnahmen für die Vermögensverwaltung auf der anderen Seite bedingen können. Dies kann zu Lasten der Rendite für Kunden gehen. Zudem sind die meisten Vermögensverwaltungen nicht transparent bezüglich der gezahlten Retrozessionen.

7. Steuern

Zu guter Letzt kommen auf die Anleger auch noch Steuern zu. Dabei handelt es sich zum einen um die Stempelsteuer, zum anderen um die Mehrwertsteuer (z.B. bei Depotverwaltungsgebühren). An den Steuern kann ein Anleger wenig ändern. Für die Besteuerung gelten 27 Vorschriften für die Kantone und den Bund. Da es keine harmonische Regelung gibt, müssen Anleger die individuellen Vorgaben des jeweiligen Kantons berücksichtigen.
Grundsätzlich können Anleger die meisten Kosten steuerlich geltend machen, die mit der Tätigkeit durch einen Dritten verbunden sind. Die steuerlich abziehbaren Kosten auf einen Blick:

  • Kosten für die Aufbewahrung von Wertpapieren (Depotgebühren).
  • Kosten für Schrankfächer (Tresor, Safe), die der Aufbewahrung von Wertsachen dienen.
  • Inkassokosten und Transferspesen, welche durch die Einforderung und die Sicherung von Guthaben, Gewinnen, Zinserträgen und Beteiligungserträgen entstehen.
  • Bankspesen für das Erstellen von Wertschriftenverzeichnissen mit Angaben der Einkünfte für die Steuer.

Gibt es gut versteckte Kosten bei der Vermögensverwaltung?

Die Vermögensverwaltungen sind verpflichtet, alle Kosten offenzulegen. Dies geschieht leider sehr häufig nur im Kleingedruckten, gerade was die Fond- bzw. Produktkosten (TER) angeht. Auch bei den Kick-back-Provisionen herrscht wenig Transparenz. Diese lassen sich viele Anbieter ebenfalls im Kleingedruckten genehmigen.

Welchen Einfluss haben die Kosten auf die Performance beim Vermögensaufbau?

Es ist klar, dass die Kosten die Rendite mindern. Wenn zwei Anleger am selben Tag bei zwei verschiedenen Vermögensverwaltern in dieselben Basiswerte investieren, wird die Nettorendite am Ende dennoch unterschiedlich ausfallen. Auf die Steuern haben Anleger keinen Einfluss, wohl aber durch die sorgsame Auswahl des Vermögensverwalters auf die anfallenden Kosten. Das bedeutet zwangsläufig, dass in Abhängigkeit vom Vermögensverwalter der Vermögensaufbau schneller oder langsamer von statten geht. Die bereits angesprochene Performance-Gebühr, die bis zu 20 Prozent betragen kann, mindert die Nettorendite um eben diese 20 Prozent.

Worauf sollte ein Anleger hinsichtlich der Kosten achten?

Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand. Eine gute Bruttoperformance kann nach Abzug der anfallenden Kosten durchaus nur noch mittelmässig auslaufen. Es ist also bei der Auswahl eines Vermögensverwalters notwendig, die Erfolge erst nach Abzug aller Kosten zu vergleichen. Erst dann erhält der Anleger ein transparentes Bild. Das folgende Beispiel zeigt in konkreten Zahlen, um wie viel günstiger beispielsweise eine digitale Vermögensverwaltung bei ELVIA e-invest gegenüber einer klassischen Vermögensverwaltung ausfällt. Unterstellen wir, dass es bei einem Anlagebetrag von 10’000 CHF für die Dauer von zehn Jahren einen Unterschied von nur einem Prozent pro Jahr in den Kosten gibt.

Anderer AnbieterELVIA e-invest
Jährliche Rendite6%6%
Ausgabeaufschlag2,5%0%
Verwaltungsgebühr1,55%0,55%
Ergebnis15’141 CHF17’001 CHF

Ein Prozent Unterschied bei der Verwaltungsgebühr pro Jahr und der Wegfall des Ausgabeaufschlages führen zu einem Plus von fast als 1500 CHF und einer höheren Nettorendite von 12 Prozent über den gesamten Anlagezeitraum. Es lohnt sich also wirklich, bei der Auswahl der Vermögensverwaltung auch auf die Kosten zu achten.

Fazit

Bei der Auswahl der Vermögensverwaltung muss auf die Kosten geachtet werden. Auch das Online-Magazin cash.ch titelt am 4. April 2019: „Schweizer Vermögensverwalter sind teuer“. Dies gilt jedoch nicht für die gesamte Branche. Insbesondere digitale Vermögensverwaltung auf der Basis von ETFs erlauben, dass mehr von der Rendite bei Kundinnen und Kunden ankommt und nicht durch teils gut versteckte Gebühren aufgefressen wird. Durch konsequente Digitalisierung stehen professionelle Vermögensverwaltungen wie ELVIA e-invest auch für den Vermögensaufbau von Beginn an zur Verfügung.

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